AfD-Chef Chrupalla verteidigt Russland-Reisen von Abgeordneten
Source: tagesschau.de | Original Published At: 2025-11-13 14:58:00 UTC
Key Points
- AfD-Co-Chef Chrupalla verteidigt geplante Russland-Reisen von Parteikollegen
- Die Reisen erfolgen im Rahmen einer BRICS-Veranstaltung mit Beteiligung Indiens und Chinas
- Weidel kritisierte die Reisen scharf und forderte parteiinterne Konsequenzen
- Rothfuß verzichtete letztlich auf die Teilnahme, Kotré bleibt bei seinen Plänen
- Chrupalla betont Dialogbereitschaft mit Russland und relativiert Bedrohungslage
In der AfD haben geplante Russland-Reisen von Parteimitgliedern für Diskussionen gesorgt. Während von Parteichefin Weidel zuletzt deutliche Kritik kam, hat sich nun auch Co-Chef Chrupalla geäußert – und die Pläne verteidigt.
AfD-Co-Chef Tino Chrupalla hat Reisepläne von Parteikollegen nach Russland verteidigt. “Die Kollegen, die dort hinfahren, haben ihre Reise angemeldet. Sie wurde genehmigt”, sagte Chrupalla im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF. Er reagierte damit auf Kritik der Co-Parteivorsitzenden Alice Weidel. “Wir sind uns mit Frau Weidel einig, dass wir die Beziehungen nach Russland offen halten”, fügte Chrupalla hinzu.
Bei den geplanten Treffen von AfD-Abgeordneten mit russischen Politikern in Sotschi handele es sich um Begegnungen anlässlich einer Veranstaltung der BRICS-Staaten, an denen beispielsweise auch Vertreter Indiens und Chinas teilnehmen würde, sagte Chrupalla.
Rothfuß verzichtet “aus eigenen Stücken”
Weidel hatte die geplanten Reisen der AfD-Bundestagsabgeordneten Steffen Kotré und Rainer Rothfuß scharf kritisiert und parteiinterne Konsequenzen angekündigt. Sie könne nicht verstehen, was man in Russland “eigentlich soll”, sagte sie am Dienstag im Bundestag.
Rothfuß, der auch Hardliner Dmitri Medwedew treffen wollte, habe sich “nach diversen Gesprächen mit Kollegen” und “aus eigenen Stücken” entschieden, nicht an der Reise teilzunehmen, sagte Weidel später. Kotré hingegen wolle an den Plänen festhalten
Weidel hatte zuvor auch die Verletzung des Luftraums über Estland und Polen durch russische Drohnen kritisiert. Chrupalla wiederum betonte erneut, dass von Russland keine Gefahr für Deutschland ausgehe. “Mir hat er nichts getan”, sagte er über Präsident Wladimir Putin. Im Übrigen könne “auch Polen für uns eine Gefahr sein”.
Weidel und Chrupalla: “Auch künftig gemeinsam”
In einer gemeinsamen Erklärung am Donnerstag gingen Weidel und Chrupalla auf den Streit über die Russland-Kontakte ihrer Parteikollegen nicht ein. Weidel widersprach hingegen Medienberichten, wonach sie der die alleinige Führung der Partei anstrebe: “Wir werden als Bundessprecher der Alternative für Deutschland auch zukünftig gemeinsam Politik für Deutschland und seine Bürger machen”, teilte die Parteispitze in der Erklärung mit. “Dafür pflegen wir die guten Beziehungen zu unseren europäischen und internationalen Partnern.”